Ein Gedenkstein für Rudolf Stoye

Am Samstag den 27. April 2019 tagte die Stiftung Stoye in Speyer zu ihrer 50. Sitzung. Finanzvorstand Steffen Iffland stellte den Geschäftsbericht 2018 vor. Die Stiftung arbeitete satzungsgemäß und konnte im Geschäftsjahr 2018 zwei neue Bände in der eigenen Schriftenreihe herausbringen und einen weiteren für den Druck vorbereiten. Der Vorstand und Schriftleiter Günter Kriependorf berichtete über weiter anstehende Buchprojekte, so das Häuserbuch von Dresden. Im Geschäftsjahr 2018 beschloss seinerzeit das Kuratorium ein Budget von 50.000 Euro, welches zur Erfüllung des Stiftungszwecks bereitgestellt wurde.

2018 wurde zu dem ein Denkmal in Auftrag gegeben, welches am 27. April 2019 im Beisein der Oberbürgermeisterin Stefanie Seiler, Vertretern der Stadt sowie dem Vorstand nebst den Kuratoren der Stiftung Stoye eingeweiht wurde. Das Denkmal wurde von dem Nordhäuser Steinmetz Jan Fehling geschaffen und in Speyer durch seinen Speyrer Zunftskollegen und Bildhauer Holger Grimm an Ort und Stelle versetzt.

Der Stein befindet sich direkt neben dem inzwischen aufgelösten Grab Stoyes. Stoye war unverheiratet, hinterließ auch keine Kinder. Im Testament verfügte er einen Teil seines Vermögens zugunsten einer Stiftung, die sich der Familienforschung zuwenden und seinen Namen tragen sollte. Ihre Aufgabe ist es, seine Arbeiten zu pflegen und Weiterführendes zu fördern.

Der Apotheker Stoye hatte beide Weltkriege als Soldat erlebt und nach 1945 wieder die Leitung seiner eigenen Apotheke in der Korngasse übernommen. Er betrieb über 30 Jahre lang Familienforschung und hinterlegte seine Ergebnisse bei der Arbeitsgemeinschaft für mitteldeutsche Familienforschung, jetzt bei der Pfälzischen Landesbibliothek Speyer.

Für die kurze, unbürokratische und vor allem freundliche Zusammenarbeit durch die Mitarbeiter der Stadt Speyer, möchte sich die Stiftung vor allem beim Amtsleiter Herrn Jossé und dem Leiter des Friedhofs Herrn Tyroller bedanken. Zur Einweihung wird noch einmal näher berichtet. Foto: von links: Günter Kriependorf (Vorstand – Schriftleitung), Thomas Berger (Kurator), Steffen Iffland (Vorstand – Finanzen), Ingo Schulz (Kurator), Margit Rambow (Kuratorin)

Medien: https://www.rheinpfalz.de/lokal/speyer/artikel/auf-dem-friedhof-ein-gedenkstein-fuer-rudolf-stoye/

Vorstellung von Band 72 in Erfurt

Historische Geschlechter in und um Erfurt 1100-1800

Am 27. Februar 2019 fand in der Bibliothek des Evangelischen Ministeriums im Erfurter Augustinerkloster die Vorstellung des Bandes 72 der Schriftenreihe der Stiftung Stoye von Dr. Rolf-Dieter Dominikus „Historische Geschlechter in und um Erfurt 1100-1800“ statt, zu der der Leiter der Bibliothek, Dr. Michael Ludscheidt, und der Autor geladen hatten.

Als Einstieg in sein Werk diente letzterem die Ahnenliste des Wilhelm Moritz Strecker (1761-1803), die eine Vielzahl der bedeutendsten Geschlechter Erfurts des Mittelalters und der frühen Neuzeit aufweist, die im Buch vorgestellt werden.

Der Einladung waren ca. 30 Personen gefolgt. Nach den einleitenden Begrüßungsworten von Dr. Ludscheidt stellte der Schriftleiter der Stiftung, Günter Kriependorf, „seine“ Institution vor, indem er kurz auf ihre Geschichte, ihren Zweck und ihre Schriftenreihe einging. Anschließend führte der Autor die Anwesenden in seinem Bildervortrag auf einen einstündigen virtuellen Rundgang durch Erfurt zu den einzelnen Häusern der in seinem Buch dargestellten Geschlechter.

Musikalisch wurde die Vorstellung von Elisabeth Lehmann-Dronke (Querflöte) und ihrem Sohn Paul (Cello) würdig umrahmt, die Sätze aus Sonaten von Telemann zu Gehör in brachten.

Eine große Ehre!

14. Ur-Krostitzer Jahresring vergeben

Ingo Schulz aus Magdeburg ist der Preisträger des 14. mitteldeutschen Historikerpreises. Der Hobbyhistoriker überzeugte die Jury mit seiner Arbeit „Bauern in der Magdeburger Börde – Forschungen zur Sozial- und Wirtschaftsgeschichte am Beispiel der Familie Freytag“.

Neben einem Preisgeld von 1500 Euro erhielt der Freizeithistoriker die goldene Nachbildung des Rings von Schwedenkönig Gustav Adolf II. Weitere 3000 Euro teilten sich die Gewinner der sechs Themenkategorien Erinnerungskultur, Familiengeschichte, Biografie, Lebenswerk, Ortsgeschichte und Inszenierte Geschichte. Der mit 500 Euro dotierte Jugendsonderpreis ging an eine Döbelner Schülerin.

Einen weiteren Preis verlieh die Jury zum Jubiläum „500 Jahre Reformation“. Über 1500 Euro freute sich der Schüler Jakob Eißner vom Grimmaer Gymnasium Sankt Augustin.

Aus der Presse: Schäferfamilien im Weimarer Land

Pionierarbeit auf einem unbeackerten Feld der Genealogie

Umpferstedts Ortschronist Axel Marx hat die Wege der Schäferfamilien im Weimarer Land fast 500 Jahre zurück verfolgt

  
In Axel Marx‘ 500 Seiten umfassendem Werk stecken 15 Jahre Recherchearbeit. Foto: Sabine Brandt

Umpferstedt. Blut floss am Tag vor Heiligabend auf einem Feld bei Oßmannstedt. Am 23. Dezember im Jahre des Herrn 1647 wurde Hans Wilhelm von Harass, Sohn des Oßmannstedter Rittergutsgeschlechts, mit einer Kugel aus seiner eigenen Pistole niedergestreckt. Wenige Stunden danach war er tot. Haarklein ist das Verbrechen im Oßmannstedter Kirchenbuch festgehalten. Axel Marx hat den Bericht bei seinen Recherchen in den alten Dokumenten entdeckt.

Der Ortschronist von Umpferstedt hat mittlerweile dafür gesorgt, dass die Erinnerung an das Schreckensereignis so schnell nicht verblassen wird. Die Geschichte hat Aufnahme gefunden in sein neuestes Werk: „Schäfer und Hirten im Weimarer Land von der Mitte des 16. bis ins 19. Jahrhundert“.

Das schwere Buch, das in der wissenschaftlichen Schriftenreihe der Stiftung Stoye erschienen ist, darf als Pionierleistung auf dem Gebiet der Genealogie betrachtet werden. Noch nie hat ein auf diesem Gebiet bewanderter Forscher sich des am schwersten fassbaren Teils der Landbevölkerung angenommen: der Schäfer und wandernden Hirten.

Auf ihre Arbeit angewiesen war jedes Dorf. Nur engeren Kontakt zu ihnen halten mochte kaum jemand. Hirten waren Außenseiter, „unterste soziale Schicht“, sagt Axel Marx: „Ein wanderndes Volk ohne festen Wohnsitz“.

Die häufigen Ortswechsel machten es bislang fast unmöglich, die Wege der Hütleute und ihrer Familien nachzuvollziehen. Marx ist einer der ersten, die dieses Dunkelfeld beleuchtet – wenn nicht gar der Erste.

Fünfzehn Jahre Arbeit stecken in seinem Buch, das in der „Schriftenreihe der Stiftung Stoye“ erschienen ist. Auf mehr als 500 Seiten bildet es die Genealogie von knapp 2500 Hirtenfamilien ab, die im Laufe der untersuchten Jahrhunderte zwischen Weimar und Apolda ihre Dienste anboten. Bei weiteren 28 Männern und Frauen gaben die Quellen allenfalls die Rufnamen preis. Axel Marx hat sie dennoch in seine Sammlung aufgenommen.

Der Beruf brachte es mit sich, dass sich Schäfer nicht nur mit den Krankheiten ihrer Tiere auskannten, sondern auch mit menschlichen Gebrechen. Sie waren Heilkundige und Meteorologen, seien aber meist auf Distanz gehalten worden. Die häufigen Eheschließungen unter Hirten unterstreicht diese Position. „Die kleinen Leute“, sagt Axel Marx, „haben es mir angetan.“ In seinem Fall kommt diese Nähe nicht von ungefähr: Auch Marxens Familie blickt zurück auf viele Generationen, die ihr Brot mit der Schäferei verdienten.

Ein großer Teil der Namen, die der Chronist zusammengetragen hat, kommen heute noch in den Dörfern rund um Weimar vor: Bauchspieß, Christiani, Eilenstein, Liebeskind, Schachtschabel – in allen denkbaren Schreibweisen. Nicht zu vergessen: die zahlreichen Zaubitzer, Zaubitzscher oder Zautzer. Und eben die Marxens.

Mit der Recherche nach den Angehörigen der eigenen Sippe fing für den Autor alles an. Als er begann, die Spuren seiner Vorfahren aufzunehmen, stellte Axel Marx fest, dass sich die Linien der Hirten 350 Jahre zurückverfolgen lassen. „Der letzte mir bekannte Schäfer Marx übte seinen Beruf bis 1989 aus“, so der Autor.

Sabine Brandt / 03.09.16 / TA

Thüringer Allgemeine & Thüringer Landeszeitung vom 03.09.2016

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Sachsen-Anhalt: Kultusminister verlieh am 9.11. den Landesdenkmalpreis

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Mit unermüdlichem  Fleiß und Ausdauer hat Karlheinz Wauer es sich zur Lebensaufgabe gemacht, über viele Jahre hinweg den Gebäudebestand der Quedlinburger Altstadt zu erforschen. Mit seinem dreibändigen Quedlinburger Häuserbuch ist es Herrn Wauer gelungen, ein unverzichtbar wertvolles Standardwerk zu schaffen. Die Veröffentlichung ist auf Initiative der Stiftung Stoye geschehen und wurde auch von ihr finanziert.

Die Verleihung des Denkmalpreises ist ein würdiger Anlass Danke zu sagen! Die Stiftung Stoye freut sich natürlich mit Herrn Wauer über diese öffentliche Anerkennung.

Band 59 der Stiftung Stoye:
Karlheinz Wauer (Autor)
Häuserbuch der Stadt Quedlinburg von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis zum Jahre 1950, das Stiftsgebiet, die Stadterweiterungen 1820-1950, Ergänzungen zu Bd. 57 und Anhang zu den Teilen A-D [Gebundene Ausgabe 499 Seiten] Verlag: Stiftung Stoye; Auflage 1., 2014, ISBN 978-3-937230-23-8

Pressemitteilungen:

 

Herzlich Willkommen!

stoyeZweck der Stiftung ist die genealogische Erfassung von Familien und Geschlechtern im mitteldeutschen Raum.

Der Stiftungszweck wird vorzugsweise durch eine eigene Schriftenreihe erfüllt, in der bisher unveröffentlichtes Quellenmaterial bekannt gemacht wird, das dem Stiftungszweck dienlich ist und sich vor allem an Historiker, insbesondere Genealogen, wendet.

Diese Veröffentlichungen werden kostenlos an öffentliche Bibliotheken, Archive und genealogische Vereine im deutschen Sprachraum abgegeben. Sie sind über den Buchhandel zu beziehen.